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Wo investiert man nach 50: Immobilien oder Börse?

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Welche Investition ist für mich die Richtige ? Bild Fotolia)

Die Entscheidung, ob Sie einen grossen Betrag an der Börse oder lieber in eine eigene Immobilie investieren möchten, hängt auch davon ab wie Sie bisher wohnen. Wenn Sie schon in Ihrer eigenen Immobilie wohnen, dann sieht die Betrachtung anders aus, als wenn Sie zur Miete wohnen.

Das Immobilien Investment macht im Wesentlichen bei Eigennutzung Sinn
Gerade in Regionen mit sehr stark steigenden Mieten kann es durchaus sinnvoll sein eine eigene Immobilie zu erwerben. Auch wenn die Abzahlung einige Zeit in Anspruch nimmt und die Zinsen drücken.

Im Vordergrund dieser Investition steht dann die Sicherheit, dass ein Vermieter einen nicht nach vielen Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen kann. 

Dieses Risiko lässt sich allerdings auch dadurch vermeiden, dass Sie die Wohnung bei einer der grossen Immobiliengesellschaften mieten.

Investieren an der Börse bringt jede Menge Ertrag - ganz unabhängig vom Lebensalter
Die wesentlichen Argumente, die beim Sparen 50plus für die Anklage an den Börsen sprechen, sind: 

1.) Ansparen in Aktien im Alter 50Plus vermeidet die Flexibilitätsfalle

Wenn Sie daran denken, wie Sie vielleicht in zehn oder fünfzehn Jahren das Sparen im Alter organisieren möchten, dann haben Sie wahrscheinlich sehr viele Berichte über die Riester-Rente oder gar zusätzliche Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung im Ohr.

Diese sehr oft angepriesenen Ansparvarianten haben aber einen wesentlichen Nachteil: Bei der Riester-Rente gehen alle Zulagen verloren, wenn diese vor Rentenbeginn ausbezahlt werden.

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Fristbindung noch schlimmer: Die erworbenen Entgeltpunkte können einzig und alleine für die eigene Altersrente bzw. die Altersrente des Ehepartners (Stichwort: Witwenrente) verwendet werden.

Sind Sie sich mit 50plus nicht sicher, wie lange Sie arbeiten möchten? Möchten Sie vorzeitig aus dem Berufsleben aussteigen oder Hobbies verwirklichen?

Dann sollte die Priorität auf einer flexiblen Ansparmöglichkeit mit möglichst jederzeitigem Ausstieg liegen. Am Besten eine Geldanlage mit täglicher, vollständiger Rückgabemöglichkeit. Zum vollen Kurswert. 

Eine Anlage in erstklassige Aktien oder einen breit gestreuten Aktienfonds ist börsentäglich auszahlbar. Keine Wartezeiten, keine Suche nach einem Käufer und auch keine aufwändige Beurkundung sorgen für Zeitverzögerung.

Sehen Sie sich in einem der beliebten Finanzportale oder auch einer Zeitung mal die Entwicklung von Aktien über fünf, zehn oder mehr Jahre an. Meist lässt sich hier ein hoher Wertzuwachs erzielen. 

Standardisierung und Vergleichbarkeit sind ein grosser Vorteil der Investition an der Börse.

2.) Die Anlage in einer Immobilie: Alles auf eine Karte setzen kann gut gehen - oder Wertverlust verursachen
Eine nicht selbst genutzte Immobilie hat neben dem Ausfallrisiko durch den Mieter einen weiteren Nachteil: Fast niemand kann beurteilen, wie der Ort in zehn Jahren aussieht, in dem Sie gerade jetzt eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen.

Sowohl die klassischen Studien über Zu- und Wegzug in einigen Regionen werfen die berechtigte Frage auf, ob die Immobilienpreise den Zenit schon überschritten haben. 

Die Postbank hat vor kurzem einen interessanten Immobilienatlas veröffentlicht (https://www.postbank.de/postbank/docs/Postbank_Wohnatlas_2018_Prognose2030.jpg). In diesem wird versucht die Prognose der Verkaufswerte von Immobilien in elf oder zwölf Jahren zu wagen.

Dabei zeigt sich: In vielen Regionen ist sogar mit einem Wertverlust zu rechnen. Zusammen mit ausufernden Anforderungen an die Wärmedämmung oder auch überhöhten Kosten einer Hausverwaltung kann dieses Investment unter Umständen sogar zu einer schlechten Investition werden. 

Das Investment in eine Immobilie kann zu einem Erfolg werden, verlangt aber wesentlich mehr und vor allem neutrale Recherche. Neben einem am Verkauf interessierten Bauträger oder bisherigen Eigentümer ist ein Wertgutachten essenziell.

Zusammen mit den Beurkundungskosten beim Kauf und der Grunderwerbsteuer stellt sich dann die Frage, ob ein Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren nicht ausreicht!

Die eigenen Wünsche und Präferenzen sollten entscheiden
In der Zusammenfassung kann gesagt werden, dass das Investment an der Börse flexibler und nicht so risi8koreich ist, als wie alles auf die eine Karte Immobilie zu setzen.

Wer aber zur Miete wohnt, der kann das "beruhigter Schlafen in der eigenen Immobilie" bzw. das Vermeiden eines Kündigungsrisikos aus der Wohnung als erhebliches Plus für die Immobilieninvestition verbuchen.

Zudem sollten Sie daran denken, dass 50plus im Hinblick auf die steigende Lebenserwartung noch überhaupt keine Altersgruppe ist um zu sagen: Diese oder eine andere Investition nicht geeignet.