5-GLETSCHER-FREERIDE-TOUR (TAG 3)

Abseilen auf den Gletscher

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Wenn es mit den Skis nicht mehr geht, wird abgeseilt (Foto: Julian Bückers)

Frischen Pulverschnee ohne Spuren muss man sich verdienen. In Sölden, am dritten Tag der Tour, haben uns die Bergführer gezeigt, was das bedeutet.

3. Etappe: Vom Ötztal ins Pitztal

Das Las Vegas der Alpen entlässt uns mit seine James-Bond-Gondeln ins Gletscherskigebiet. Bis zum höchsten Punkt bringen uns sieben Liftanlagen. Von der Aussichtsplattform sehen wir auf den Tiefenbachgletscher hinunter.
 

Die Bergführer kennen die besten Couloirs mit dem besten Schnee (Foto: Julian Bückers)


Er hat keine Spuren, weil man nicht mit Skis zu ihm hinunterfahren kann. Also Klettergurt montieren, die Skis auf den Rucksack schnallen und abseilen in die steile Flanke, ein Teilnehmer nach dem andern.

Den Zuschauern auf der Plattform bietet sich ein ungewohntes Intermezzo. Als der sichernde Bergführer zuletzt selbst ungesichert über die Felsen hinuntersteigt, wird er mit einem Applaus verabschiedet.
 

Bergführer Flo sichert die Teilnehmer (Foto: Julian Bückers)


Von der Tiefenbachscharte über den Hangenden Gletscher sind die Skigötter wieder mit uns. Stiebender, unberührter Tiefschnee zwischen Gletscherspalten. Was haben wir richtig gemacht, dass wir so belohnt werden?

Aber auch klar: die Quittung kommt auf dem Fusse. Felle an und hinauf auf den Karles-Gletscher auf 2700 Meter über Meer Richtung Pitztaler Jöchl. Hier wird uns nochmals bewusst, wie privilegiert wir sind.
 

Wo es runter ging, geht es auch wieder rauf (Foto: Julian Bückers)


Wie jeden Tag fährt einer der Bergführer voraus, erkundet die Steilheit des Geländes, die schönsten Couloir, die Schneebeschaffenheit und weist uns via Funk an, in welche Richtung wir halten sollen.

So kommen wir auch in den Genuss des 500 Höhenmeter langen Couloirs durch die Silbergrube hinunter nach Mittelberg. Es trägt noch keinen Namen, zumindest keinen auf den Karten eingezeichneten. Wir haben es in unser Skifahrerherz geschlossen.

Allein wegen dieser Abfahrt hätte sich die ganze Alpenkamm-Tour schon gelohnt.
 

Ein Bergführer ging jeweils voraus, um per Funk die besten Hänge zu melden (Foto: Julian Bückers)
 


Zahlen zur 5-Gletscher-Tour

1. Etappe: Vorderlanersbach (Zillertal) – Fulpmes (Stubaital)
Skigebiet Hintertux
Distanz: 11,11 km
Höchster Punkt: 3040 Meter ü.M.
Aufstieg: 620 Höhenmeter
Abfahrt: 2333 Höhenmeter

2. Etappe: Fulpmes – Sölden (Ötztal)
Skigebiet Stubaier Gletscher
Distanz: 10,39 km
Höchster Punkt: 3198 Meter ü.M.
Aufstieg: 541 Höhenmeter
Abfahrt: 2267 Höhenmeter

3. Etappe: Sölden - Weisswald (Pitztal)
Skigebiet Sölden
Distanz: 7,33 km
Höchster Punkt: 3221 Meter ü.M.
Aufstieg: 221 Höhenmeter
Abfahrt: 722 Höhenmeter

4. Etappe: Weisswald – Feichten (Kaunertal)
Skigebiet Pitztal
Distanz: 14,9 km
Höchster Punkt: 3467 Meter ü.M.
Aufstieg: 933 Höhenmeter
Abfahrt: 2253 Höhenmeter


Text: Peter Röthlisberger; Fotos: Julian Bückers. Der Autor nahm auf Einladung der Firmengruppe MDV (Marker, Dalbello, Völkl) an der Gletscher-Freeridetour teil. Die Ausrüstung wurde von den Organisatoren zur Verfügung gestellt.