5-GLETSCHER-FREERIDE-TOUR (TAG 4)

Wie auf einem anderen Stern

Gletscher, Skitour, Freeride, Ost-West, Völkl, Dalbello, Marker

Könnte auch in der Arktis sein, ist aber der Taschach-Gletscher (Foto: Julian Bückers)

Die letzte Etappe der 5-Gletscher-Tour wartet mit einigen Überraschungen auf. Die Landschaft ist einmal mehr atemberaubend. Die Ost-West-Tour entlang des Alpenhauptkamms ist geschafft.

4. Etappe: Vom Pitztal ins Kaunertal

Gegen die Schweiz zu werden die Berge höher. Die Tour führt uns auf 3467 Meter über Meer. Zum Abschluss erwartet uns die härteste und abenteuerlichste Etappe.
 

Auf fast 3500 Metern über Meer ist der Schnee traumhaft wie im Januar (Foto: Julian Bückers)


Die Pitztaler Metro bringt uns auf den Gletscher. Beim Mittelbergjoch verlassen wir das Skigebiet und fahren hinunter auf den Taschach-Gletscher. Hier sind wir nicht alleine. Die Wildspitze, höchster Berg des Tirols, lockt viele Tourengänger an.

Bald trennen sich aber unsere Wege. Wie in einer Wüstenlandschaft steigen wir zwischen eisigen Schründen und über verwehte Weiten hinauf zur 3050 Meter hohen Petersenspitze.
 

Zwischen Gletscherspalten und Abbrüchen finden wir den Weg (Foto: Julian Bückers)


Nach der Abfahrt auf den Vernagt-Gletscher nehmen wir unseren zweiten Tagesaufstieg zum Sexegertenjoch unter die Felle. Die Bergführer zeigen uns den Fundort von Ötzi, der berühmtesten Gletscherleiche. Die Sonne brennt auf unsere Köpfe, der Himmel ist von dunklem Blau.

Auch die Bergführer wissen nur von ihren Karten, was sie hinter dem Joch erwartet. In unserem Fall eine sehr steile Flanke. Also Skis abziehen, einige Meter am Seil hinunterklettern, Skis wieder anziehen und die Abfahrt geniessen.
 

Fels statt Schnee: Also Skis ausziehen und runtersteigen (Foto: Julian Bückers)


Waren die zwei vorherigen Aufstiege einigermassen flache Annäherungen an die Hindernisse, so kommt nun, am Ölgrubenjoch, die wahre Herausforderung. In engsten Spitzkehren schrauben wir uns die Serpentinen hinauf, der Mund ist trocken, der Atem geht schnell. Das letzte Stück ist so steil, dass wir die Skis abziehen und auf allen Vieren bis zum Grat hinaufkraxeln.

Geschafft! Wir fahren im schweren Frühlingsschnee über die Innere Ölgrube hinunter zur Kaunertaler Mautstrasse. Alles Pulver hatte die Natur auf dieser geringen Meereshöhe schon verschossen. Total egal. Die gewaltige Ost-West-Tour entlang des Alpenhauptkamms ist geschafft.
 

Gruppenfoto mit Bergführern und Fotograf (Selbstauslöser: Julian Bückers)
 


Zahlen zur 5-Gletscher-Tour

1. Etappe: Vorderlanersbach (Zillertal) – Fulpmes (Stubaital)
Skigebiet Hintertux
Distanz: 11,11 km
Höchster Punkt: 3040 Meter ü.M.
Aufstieg: 620 Höhenmeter
Abfahrt: 2333 Höhenmeter

2. Etappe: Fulpmes – Sölden (Ötztal)
Skigebiet Stubaier Gletscher
Distanz: 10,39 km
Höchster Punkt: 3198 Meter ü.M.
Aufstieg: 541 Höhenmeter
Abfahrt: 2267 Höhenmeter

3. Etappe: Sölden - Weisswald (Pitztal)
Skigebiet Sölden
Distanz: 7,33 km
Höchster Punkt: 3221 Meter ü.M.
Aufstieg: 221 Höhenmeter
Abfahrt: 722 Höhenmeter

4. Etappe: Weisswald – Feichten (Kaunertal)
Skigebiet Pitztal
Distanz: 14,9 km
Höchster Punkt: 3467 Meter ü.M.
Aufstieg: 933 Höhenmeter
Abfahrt: 2253 Höhenmeter
 

Der letzte schöne Hang hinunter ins Kaunertal (Foto: Julian Bückers)

Text: Peter Röthlisberger; Fotos: Julian Bückers. Der Autor nahm auf Einladung der Firmengruppe MDV (Marker, Dalbello, Völkl) an der Gletscher-Freeridetour teil. Die Ausrüstung wurde von den Organisatoren zur Verfügung gestellt.