DIGITALE KOMMUNIKATION

Rat und Hilfe aus dem Internet: Von Google bis Wikipedia

Google – die Allzweckwaffe für jeden, der bestimmte Informationen im Internet sucht (Foto: pixabay / 377053)

Auch von unterwegs lassen sich sämtliche Informationen dank Smartphones jederzeit abrufen. (Foto: fotolia.com @ chinnarach)

Egal, ob Gesundheit, Hobby oder Beruf: Das Internet ist unerschöpflich, wenn es um Informationen zu bestimmten Themen geht. Aber nicht immer findet man die Informationen, die man sucht.

In zahlreichen Foren können sich Gleichgesinnte untereinander austauschen und Erfahrungen von anderen Forenmitgliedern einholen. Auch themenspezifische Fachartikel helfen oft weiter. Mit einer Kommentarfunktion unter dem Text ist dann auch der Austausch mit anderen Lesern möglich. Allgemeine Informationen zu bestimmten Themen findet man aber auch bei Wikipedia. Aber sind alle Quellen im Internet gleichermaßen hilfreich und seriös?

Ersetzt das Internet den Hausarzt?

Was ist Narkolepsie? Wikipedia hilft weiter: Es handelt sich um eine Schlafkrankheit, bei der auch die Muskelspannung abnimmt und zum plötzlichen Umfallen führen kann. Die Erläuterungen in Wikipedia sind geprägt von medizinischem Vokabular, mit denen der Laie zunächst nicht viel anfangen kann. In einem Internetportal, in dem es um seltene Krankheiten geht, kann man hingegen die persönliche Geschichte einer Betroffenen nachlesen. Damit können sich andere Betroffene und Angehörige eher identifizieren als mit medizinischem Fachjargon. Der Austausch mit anderen Betroffenen funktioniert am besten über Gesundheitsforen im Internet. Immer mehr Menschen informieren sich zu Gesundheitsthemen im Netz und suchen in Foren Rat und Hilfe.  Im Extremfall kann das aber dazu führen, dass man von anderen Forenteilnehmern falsche Informationen erhält und sich daher für todkrank hält. Deshalb sind Gesundheitsforen zu empfehlen, die von Ärzten betreut werden, die dort auch selbst Antworten auf Gesundheitsfragen geben.

Die Diagnose übers Internet scheint sich aber immer mehr durchzusetzen. So hat die Uniklinik Essen eine App entwickelt, mit der man eine Ferndiagnose über Haut- und Geschlechtskrankheiten stellen kann. Der Patient schickt einfach Fotos der betroffenen Hautstellen via App an die Klinik und erhält eine erste Einschätzung. Danach kann der Patient besser entscheiden, ob der Gang zum Hautarzt vor Ort nötig ist oder nicht.

Auch werden im Internet über diverse Portale durch die Beantwortung gezielter Fragen ebenfalls Ferndiagnosen gestellt oder zumindest eine erste Einschätzung abgegeben. Ein ausgeklügeltes Computerprogramm im Hintergrund errechnet quasi, was man haben könnte, oft mit dem Hinweis, dass dies eine fachärztliche Untersuchung keinesfalls ersetzen kann.

Hilfe für Hund und Katze

Im Bereich der Tiermedizin existieren ähnliche Angebote. Oft sind die Administratoren solcher Foren aus dem tiermedizinischen Bereich und können auf Fragen professionell antworten. Solche Foren für Haustierbesitzer sind besonders beliebt, da der Gang zum Tierarzt oft mit hohen Kosten verbunden ist. Dennoch gilt auch hier: Bei größeren Auffälligkeiten sollte man auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen.

Jäger und Sammler werden im Internet fündig

Auch für besondere Hobbies gibt es die passenden Foren. Als Fan von Oldtimern ist man immer auf der Suche nach Ersatzteilen oder freut sich über Tipps von Gleichgesinnten. Die Bandbreite der Themen lässt fast keine Wünsche offen. Ähnlich bei Foren für Hobby- oder Profimusiker. Für beinahe jedes Instrument existiert das passende Board. Tauschen und verkaufen ist auch möglich, aber auch die Suche nach Proberäumen oder Bandmitgliedern findet man dort häufig. Tipps zu Spieltechniken, der Austausch von Erfahrungen mit bestimmten Instrumenten oder Unterrichtsangebote runden das Angebot ab.

Auch Spielebegeisterte, die Mitspieler für Online-Spiele suchen und sich auch gern über Strategien austauschen, kommen auf ihre Kosten. Und wer im Internet gerne alles auf die 17 setzt, kann sich ebenfalls Tipps und Anregungen holen. Gerade für Einsteiger ist der Erfahrungsaustausch im Internet sehr hilfreich um beispielsweise seriöse Anbieter zu finden.

Ersetzten Facebook-Gruppen die Internet-Foren?

Das, was es lange Zeit nur als Foren im Internet gab, hat inzwischen auch im Social Media Einzug gehalten. Bei Facebook gibt es zahlreiche Gruppen zu allen möglichen Themen und Vorlieben. Der Vorteil ist, dass jeder eine Gruppe erstellen und seine Freunde zu dieser hinzufügen kann. Je nach Einstellung können entweder nur die Mitglieder der Gruppe die geposteten Beiträge lesen oder theoretisch alle, die bei Facebook angemeldet sind und die Gruppe dort gefunden haben.

Gruppen können auch geheim sein, das heißt, nur diejenigen, die hinzugefügt wurden, wissen überhaupt von ihrer Existenz. Geschlossene Gruppen können von jedem bei Facebook gefunden werden, aber nur Mitglieder können Beiträge lesen. Bei offenen Gruppen kann jeder mitlesen, aber nur Mitglieder können Beiträge posten. Während es bei den meisten Foren im Internet verschiedene Boards zu diversen Unterkategorien gibt, wird in den Facebook-Gruppen immer der neueste Beitrag an erster Stelle angezeigt oder erscheint in der Timeline der Mitglieder. Unterkategorien können nur anhand von Themen definiert werden, die man seinen eigenen Beiträgen zuordnen beziehungsweise neu definieren kann. Die Facebook-Gruppen sind mitunter auch für diejenigen interessant, die sich nur mit wenigen Gleichgesinnten austauschen möchten. So können auch Vereine über Facebook-Gruppen interne Informationen an ihre Mitglieder verbreiten oder darüber Treffen organisiert werden. Als Ersatz für Internetforen sind Facebook-Gruppen aber eher nicht geeignet. Da Foren im Netz übersichtlicher in verschiedene Themenbereiche unterteilt werden können und, anders als bei Facebook, Klarnamen keine Pflicht sind, kann der Austausch auch anonym stattfinden. Über die sogenannte Netiquette wird in Foren der Umgang untereinander klar geregelt, trotzdem kann es passieren, dass sich Mitglieder nicht daranhalten und ausgeschlossen werden. Zudem können die Forenbetreiber meist die IP-Adressen der Mitglieder einsehen.  Sollten andere Mitglieder beleidigt oder gemobbt werden, kann im Falle eines Strafverfahrens der Forenbetreiber auch zur Herausgabe der IP-Adressen an die Staatsanwaltschaft verpflichtet werden.  

Fachleute gesucht? Google hilft!

Dass man im Internet nach allem suchen und auch so gut wie alles finden kann, ist bekannt. Gerade bei fachspezifischen Themen trennt sich jedoch häufig die Spreu vom Weizen. Informationsbeschaffung übers Internet bedeutet oft, die Nadel im Heuhaufen zu finden. Eine seriöse Information von einer unseriösen zu unterscheiden, ist nicht immer einfach. Und wer in diversen Foren sein Anliegen einfach mal veröffentlicht, wird leider nicht immer Glück haben und manchmal auch gar keine Antwort erhalten. Besonders in juristischen Auseinandersetzungen helfen „Hobbyanwälte“ oft nicht weiter, zumal eine Rechtsberatung auch nur von zertifizierten Anwälten durchgeführt werden darf. Dennoch kann es sich lohnen, vor dem Gang zu einem Anwalt hier sein Anliegen zu schildern.

Auch die Suche nach ähnlichen Fällen von anderen Forenteilnehmern kann weiterhelfen. 
In Bezug auf Gesundheitsfragen stellen Ärzte andere Ansprüche als Patienten. Eine Datenbank mit Informationen zu bereits existierenden medizinischen Publikationen oder Doktorarbeiten hilft Medizinern bei der Recherche nach bestimmten Befunden oder Diagnosen. Zwar ist es nicht immer einfach, die Vielzahl an Informationen so zu filtern, dass man das gewünschte Suchergebnis erhält, jedoch sind die Informationen in solchen Datenbanken meist qualitativ sehr hochwertig und verschaffen Medizinern Zugang zu ansonsten nicht zugänglichen Unterlagen, die für ihre Arbeit von hohem Wert sein können.

Mit der Zeit findet jeder Ratsuchende die passenden Infos im Netz, sei es über gute Foren oder über themenspezifische Portale. Den Infos bei Wikipedia kann man ebenfalls meist vertrauen, da jeder theoretisch die Möglichkeit hat, falsche Angaben zu berichtigen und selbst die richtigen Informationen einzustellen.