WADENKRÄMPFE

„Als würde der Blitz in meine Beine einschlagen“

Nächtliche Wadenkrämpfe sind ein Albtraum

Martina L. (54) ist von Wadenkrämpfen betroffen und berichtet im Video-Interview von ihrer Geschichte. - ©Paul Schimweg

Video-Interview mit einer Betroffenen nächtlicher Wadenkrämpfe

Rund 2,8 Millionen Menschen in Deutschland sind von schmerzhaften nächtlichen Wadenkrämpfen betroffen, die sie nicht durch Maßnahmen wie Einnahme von Magnesium oder Dehnübungen in den Griff bekommen.[1] Martina L. (54) ist eine von ihnen. Im Video-Interview berichtet sie von ihrer Geschichte.

Martina leidet seit mehr als 30 Jahren unter schmerzhaften nächtlichen Wadenkrämpfen, die ihr Leben und ihren Alltag lange Zeit stark beeinträchtigt haben. Sie berichtet davon, welche Auswirkungen ihre Beschwerden und die starken Schmerzen auf ihr Umfeld genommen haben und beschreibt ihre Erfahrungen und ihren Weg hin zu einem unbeschwerten Leben. Außerdem gibt sie anderen Betroffenen Tipps, wie sie ihre Wadenkrämpfe in den Griff bekommen können.

Erfahren Sie mehr im Video-Interview ...

 

Nächtliche Wadenkrämpfe können ein Alptraum sein

Schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe können für Betroffene ein wahrer Alptraum sein. Die Schmerzen reißen sie nachts aus dem Schlaf und dauern im Durchschnitt mehrere Minuten an. Neben den Schmerzen und Folgen bis hin zu Verletzungen der Muskulatur und einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität leiden Betroffene auch darunter, dass sie oft keinen erkennbaren Auslöser für die Wadenkrämpfe finden. Dennoch wird der Besuch beim Arzt oftmals lange hinausgezögert, da Wadenkrämpfe in der öffentlichen Wahrnehmung häufig verharmlost und als Lappalie abgetan werden – das sind sie jedoch keineswegs.

Betroffene sollten frühzeitig ihren Arzt auf die Beschwerden ansprechen, da er ihnen mit einer umfassenden Diagnose und weiteren Therapieoptionen zur Seite stehen kann. Mehr Informationen auch unter www.gute-nacht-wadenkrampf.de.

Über „Gute Nacht Wadenkrampf“

„Gute Nacht Wadenkrampf“ ist eine Initiative der Cassella-med GmbH & Co. KG. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Betroffenen, die unter schmerzhaften nächtlichen Wadenkrämpfen leiden, umfassend mit Informationen und Hilfe zur Seite zu stehen. Darüber hinaus ist es ihr Anliegen, dieses Thema in der Öffentlichkeit präsenter zu machen. Seit 2020 ist die Initiative „Gute Nacht Wadenkrampf“ Fördermitglied der Deutschen Schmerzliga e. V.

(1) Daten auf Anfrage: GfK in Zusammenarbeit mit Klosterfrau: Nächtliche Wadenkrämpfe in Deutschland; im Oktober 2017.

 

Warum schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe keine Frage des Alters sind, berichtet der Experte Dr. med. Carsten Schumann im Interview.

Experteninterview

Keine Frage des Alters: Schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe

                                                           

Dr. med. Carsten Schumann ist Facharzt für Neurologie im NeuroCentrum Odenwald. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen mit Betroffenen nächtlicher Wadenkrämpfe, die altersunabhängig auftreten können.

1. Welche Patienten kommen mit nächtlichen Wadenkrämpfen zu Ihnen?

In der neurologischen Praxis sehe ich am häufigsten ältere Patienten, überwiegend Frauen, die Muskelkrämpfe beklagen. Auffälligkeiten in Hinsicht auf das Bildungsniveau, frühere berufliche Tätigkeiten oder den Familienstand sind nicht erkennbar. Die meisten versuchen, ihr Leiden durch die Einnahme von Magnesium zu lindern. Bei einigen Patienten sind Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine Niereninsuffizienz vorhanden. Auch Alkoholmissbrauch ist ein gelegentliches Problem.

Schwierig finde ich die Frage, ob die Beschwerden durch die Einnahme von Medikamenten ausgelöst werden könnten. Zwar ist es möglich, dass die Muskelkrämpfe durch die Einnahme von Betablockern, Statinen o. ä. begünstigt werden. Die Medikamente zu pausieren ist allerdings aufgrund der Vorerkrankungen oftmals nicht umzusetzen.

Jüngere Betroffene sind meist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Durch Recherchen im Internet haben sie aufgrund ihrer Symptome Sorge, dass es sich um eine neurologische bzw. muskuläre Erkrankung wie z. B. eine Myopathie handeln könnte. Diese Diagnose kann jedoch nur bei einer sehr geringen Anzahl der Betroffenen gestellt werden. Oft lässt sich keine Ursache und kein Auslöser für nächtliche Wadenkrämpfe finden.

2. Wie nehmen Sie die Erkrankung wahr?

Die Schmerzintensität der Krämpfe wird von den Betroffenen sehr unterschiedlich geschildert. Einige haben sehr starke Schmerzen, die sie erheblich beeinträchtigen, andere geben eine mildere Symptomatik an. Auch die Dauer der Muskelkrämpfe ist sehr unterschiedlich. Manche Patienten erleben sehr lang anhaltende mehrstündige Muskelkrämpfe. Das ist medizinisch nicht zu erklären und es handelt sich dabei vermutlich um Muskelschmerzen, die nach einem schweren Krampf auftreten können.

Insbesondere bei älteren Patienten treten die Muskelkrämpfe schon jahrelang regelmäßig auf, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Die Schmerzen und die Beschwerden steigen mit zunehmendem Alter an. Sie fühlen sich in ihrer Lebensqualität erheblich beeinträchtigt, nicht unwesentlich auch durch die Störung der Schlafqualität. Oftmals fühlen sie sich tagsüber nicht mehr leistungsfähig. Mein Eindruck ist, dass die Betroffenen sich mit ihren Beschwerden sehr alleingelassen fühlen. In der Familie wird darauf nach all den Jahren nicht mehr eingegangen. Der primäre Ansprechpartner ist der Hausarzt oder der Apotheker. Diese empfehlen aber häufig nur die Einnahme von Magnesium. Viele Betroffene folgen dem Rat und nehmen regelmäßig hochdosiertes Magnesium, was ihnen nicht hilft. Als Resultat thematisieren sie ihre Probleme nicht mehr, da sie keine Hilfe oder Unterstützung mehr erwarten.

3. Warum sollten Betroffene den Arztbesuch nicht hinauszögern?

Sofern Muskelkrämpfe ein wiederkehrendes Problem darstellen, ist es sinnvoll, zumindest einmal einen Arzt aufzusuchen, um die Beschwerden weiter abzuklären. Gelegentlich ergeben sich sehr einfache Lösungen zur Behandlung der Beschwerden. Außerdem sollten Laboruntersuchungen durchgeführt werden, um weitere Ursachen für die Muskelkrämpfe abzuklären. In den meisten Fällen handelt es sich um einfache Untersuchungen mit einem geringen Aufwand.

Es ist wichtig, mit den Betroffenen eine Therapie zu besprechen, um ein Bewusstsein zu schaffen, wie ein Muskelkrampf in einer Akutsituation gelindert oder beendet werden kann. Außerdem versuchen wir mit vorbeugenden Maßnahmen, z. B. Dehnübungen, das Auftreten der Krämpfe zu reduzieren.

Der Nutzen von Magnesium in der Vorbeugung von Muskelkrämpfen scheint insgesamt sehr begrenzt zu sein und ist nicht gut belegt. Zum Teil werden sehr hohe Dosierungen eingenommen, die Nebenwirkungen verursachen können. Wenn diese Maßnahmen keine Wirkung erzielen, kann eine medikamentöse Behandlung weiterhelfen. Dabei ist es sinnvoll, für einige Wochen ein Tagebuch zu führen, um zu prüfen, ob die Beschwerden gelindert werden.

Über „Gute Nacht Wadenkrampf“

„Gute Nacht Wadenkrampf“ ist eine Initiative der Cassella-med GmbH & Co. KG. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Betroffenen, die unter schmerzhaften nächtlichen Wadenkrämpfen leiden, umfassend mit Informationen und Hilfe zur Seite zu stehen. Darüber hinaus ist es ihr Anliegen, dieses Thema in der Öffentlichkeit präsenter zu machen.

Seit 2020 ist die Initiative „Gute Nacht Wadenkrampf“ Fördermitglied der Deutschen Schmerzliga e.V.

Ihre Ansprechpartner:

Jens-Oliver Koch / Cassella-med (Quellen und Hintergrundinformationen)

Tel.: 0221 1652 530, E-Mail: jens-oliver.koch@klosterfrau.de
Gereonsmühlengasse 1, 50670 Köln

Fabienne Lessenich / Agentur-Kontakt (Weitere Informationen und umfangreiches Bildmaterial)

Tel.: 0221 925738 40, E-Mail: f.lessenich@borchert-schrader-pr.de

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