PENSIONIERUNG

Auswandern - aber wohin?

An der Wärme den Winter erleben: Abenteuerlustige zieht es nach Panama.

An der Wärme den Winter erleben: Abenteuerlustige zieht es nach Panama.

Wollen Sie, dass Ihre Rente, ihre Altersvorsorge weiter und länger reicht? Wagen Sie neue Erfahrungen, experimentieren Sie mit Destinationen, an die Sie noch gar nie gedacht hatten. Es gibt noch viel spannendere und exotischere - und vor allem billigere - Orte, um die Pensionierung zu geniessen.

Haben Sie je daran gedacht, die geografisch bedingten Preisunterschiede für Ihr letztes Lebensdrittel auszunützen? So könnte das Modell für Ihre Pensionierung aussehen: Ihnen wird Ihre Pension in hart verdienten Franken in der Hochpreisinsel Schweiz oder in Euro in Deutschland ausbezahlt, sie geben Ihr Geld aber in einem Land aus, das viel tiefere Lebenskosten kennt. Das Resultat ist ein viel höherer Lebensstandard für weniger Geld und die neue Erfahrung, in einer anderen Kultur zu leben.

Hier finden Sie eine Liste der möglichen Destinationen. Vielleicht bringen wir sie dadurch auf eine verrückte Idee:

PANAMA
Sie werden das Land für sein warmes Klima und die Landschaft lieben. Finanzexperten lieben es aber noch viel mehr für seine tiefen Lebenskosten und die tiefen Steuern für Ausländer, was man bei weitem nicht überall vorfindet. Panama macht den Ausländern die Einreise einiges einfacher als viele andere Länder der Region. Die Infrastruktur ist ok, Strassen und Kommunikation auf einem verhältnismässig guten Stand. Die Währung ist an den US-Dollar gebunden, in den grossen Städten ist auch die medizinische Versorgung gut. Die Lebenshaltungskosten sind nicht so tief wie in anderen Pensionärsparadiesen, aber Sie leben königlich mit 2000 Euro im Monat. Es kommt aber noch besser: Als Pensionierter bekommen Sie zwischen 15 und 50 Prozent Rabatt in Hotels, Restaurants, Kinos. Wenn Sie Ihren Wohnsitz nach Panama verlegen, bezahlen Sie auch keine Einkommenssteuer.

ECUADOR
In ländlichen Gegenden sind die Gesundheitsversorgung und andere notwendige Einrichtungen am unteren Limit. Kenner des Landes meinen aber, dass einige Privatkliniken in den grösseren Städten durchaus mit dem Standard in der Schweiz und in Deutschland mithalten können. Wobei das ausländerfreundliche Cuenca dem billigeren Quito vorzuziehen ist. Dort ist auch die Höhe über Meer kein Problem. Es gibt Stimmen, die meinen, für knapp 800 Euro im Monat lässt es sich dort gut leben. 1500 Euro auszugeben, braucht bereits ein wenig Anstrengung. Wie in Panama gibt es auch in Ecuador eine Expats-Gemeinde und allerlei Rabatt für Senioren. Spanisch müssen Sie nicht unbedingt sprechen, englisch tuts zumindest für den Start in der neuen Heimat auch. Was findet sich sonst noch auf der Auswandererliste über Mittel- und Südamerika? Belize wird manchmal gewählt, etwa von IT-Pionier McAfee, der gerade in den Schlagzeilen war, weil man dort offiziell englisch spricht. Costa Rica, Granada, Nicaragua und Mexico sind möglich, wobei man genau abklären muss, an welchen Orten es wegen der Kriminalität überhaupt ratsam ist. Günstig leben kann man auch weiter südlich, etwa in Uruguay oder Argentinien.

SÜDWEST-FRANKREICH
Hier kann natürlich nicht die Rede sein vom mondänen Leben in Paris oder an der Côte d'Azur. Aber ausserhalb der grossen Städte und der Jet-Set-Destinationen kann man gut leben, zu einem vernünftigen Preis. Beispielsweise in der Region Languedoc-Roussillon, wo es viele mittelalterliche Städte und Burgen, Weinberge und die Mittelmeerküste hat. Grössere Städte sind Nîmes mit seinen römischen Ruinen und Perpignan. Der TGV hält in Monpellier, ein Wochenend-Trip nach Paris liegt also alleweil drin. Die Lebenskosten sind natürlich höher als in Ecuador oder Thailand, aber mit einem geschätzten Budget von 20'000 Euro pro Jahr sollten Sie gut zurecht kommen. Frankreich hat zudem das weltweit beste Gesundheitssystem, was das Verhältnis von ausgegebenem Franken und erbrachter Leistung betrifft.

ITALIEN
Gehört zu Ihrer Vorstellung eines schönen Lebensabends auch eine grossartige Küche und tolle Weine? Wie in Frankreich müssen auch in Italien die überlaufenen Regionen wie die Toskana oder Ligurien gemieden werden. Empfehlenswert ist zum Beispiel Le Marche, wo man mit 16'000 bis 20'000 Euro pro Jahr ein komfortables Leben leben kann. Natürlich gibt es dort nicht den Überhang an Denkmälern und Kultur wie in Rom oder Florence, aber immer noch genug zu sehen, inklusive der interessanten Stadt Urbino.Was gibt es sonst noch in Europa? Cascais in Portugal und Costa del Sol in Spanien werden von Pensionierungsexperten empfohlen, neu und mit ein bisschen Mut sind aber auch Tallin in Estland und Kroatien eine Option.

THAILAND
Weit weg von zuhause, aber bereits recht gut eingeführt als Rentnerparadies. Mit all seinen Abgründen, was Prostitution betrifft. Aber die Kultur ist grossartig, das Essen ein Traum und das Klima für ältere Knochen hervorragend geeignet. Auch wenn die Preise etwas angezogen haben, kann man in Thailand noch immer für 1000 bis 1500 Euro im Monat sehr schön und gut wohnen und essen, inklusive Gesundheitsversorgung und Betreuung. Ansiedeln sollte man sich nicht im muslimischen Teil Richtung Malaysia. Dort sind Ausländer nicht gerne gesehen. Ansonsten hat sich das Land aber beruhigt. Chiang Man wird als sehr budgetfreundlich empfohlen, Hin Hin mit seinen Golfplätzen und Shoppingmalls ist eher etwas für Anfänger, die den Kultur- und Klimaschock fürchten.

MALAYSIA
Hier werden Expats mit offenen Armen empfangen. Malaysia besteuert keine Renten, die vom Heimatland ausbezahlt werden und vor allem darf man als Ausländer Eigentum erwerben. Es ist der einfachste Platz in Asien, um sich permanent niederzulassen, aber ein Blick auf die lokalen Gesetze ist natürlich immer nötig. Allerdings werden eine konservative Kleidung und diskretes Verhalten erwartet, Homosexualität ist verboten. Kuala Lumpur ist recht günstig, nicht so wie Thailand, aber sehr gut zum Wohnen bezüglich Infrastruktur und Dienstleistungen für ältere Menschen. In Asien empfehlen Experten sonst noch Bali in Indonesien und die Philippinen.

Was Sie beachten müssen, wenn Sie sich ernsthaft überlegen, auszuwandern:

  • die Lebenskosten vor Ort- die lokalen Gesetzte und Bräuche
  • Visum und Niederlassungsbewilligungendie Gesetze, wie Eigentum an Haus und Land zu erwerben, ausgelegt sind
  • Expats-Gemeinschaften sind teurer, aber kulturell einfacher
  • Wird Ihre Pension in lokaler Währung ausgebezahlt?
  • Steuern und Abgaben
  • Währungsschwankungen
  • Zugang zu Finanzdienstleistungen
  • Gesundheitswesen
  • Reisen zu und Kommunikation mit den Daheimgebliebenen